GERDA TOBLER             KUNST           YOGA           
  freie Kunst           Sofie Honig           ein Bild zum Glück           Illustration           Kurse           Kontakt           

 


Übersicht freie Kunst
 |  Gesamtansicht  |  Detailansichten  |  Kommentar  |  Text Sabine Arlitt

 

 

AVE Maria Crossing the Lake
 
 

Entstehungsjahr

2001
Technik und Masse 25-teilige Installation, Öl und Collage auf Papier und Karton, je Bild max. 50 x 20 cm, min. 15 x 10 cm (+/-)
   
 

 


Gesamtansicht


Ave Maria - Gesamtansicht

 


Detailansichten

nach oben
Für diese Seite benötigen Sie einen aktuellen Flash Player.. Flash Player herunterladen.

 

 

Kommentar

‚AVE MARIA Crossing the Lake’ entstand kurz nach 9/11 während meines Stipendien-Aufenthalts in Maloja im Oktober 2001 - ganz in der Nähe von Segantinis Atelier.
Es begann fast beiläufig, als assoziative Spielerei mit Pinselskizzen von der wunderbaren Engadiner Landschaft sowie Bildfragmenten aus Segantinis berührendem Werk, gefunden im mehrsprachigen Museums-Prospekt. Doch zunehmend drängten die Schatten der weltpolitischen Tages-Aktualitäten in meine Arbeit.
Marias Überfahrt’ ist für mich ein Sinnbild für Frieden. Doch ausgerechnet ihr sanftmütiger Sohn, der auf Segantinis Bild still von einem Ufer zum anderen gerudert wird, musste nun als Legitimationsfigur für den sich anbahnenden Krieg herhalten gegen die sog. ‚Achse des Bösen’. Das war und ist mehr als nur ein Missverständnis, sondern (einmal mehr) ein skandalöser Missbrauch, basierend auf gnadenlosen, machtpolitischen Kalkülen.

Gerda Tobler, April 2002



nach oben
 

Text Sabine Arlitt

„(...) Vieles geschieht bei Gerda Tobler in einer Zwischenzone, einer Zone des Austausches, einer transitorischen, einer Übergangszone. Giovanni Segantinis berühmtes Gemälde „Ave Maria bei der Überfahrt“ finden Sie fragmentarisch zitiert bei ihr wieder. (...) setzen wir noch einmal bei Segantinis Atmosphäre der einfachen Leute an und lassen erneut – in freier Verknüpfung – Novalis zu Wort kommen:
„Die Welt muss romantisirt werden. So findet man den ursprünglichen Sinn wieder. Romantisiren ist nichts als eine qualitative Potenzirung. Das niedre Selbst wird mit einem bessern Selbst in dieser Operation identificirt. So wie wir selbst eine solche qualitative Potenzenreihe sind. Diese Operation ist noch ganz unbekannt. Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn, dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe so romantisire ich es –

Umgekehrt ist die Operation für das Höhere, Unbekannte, Mystische, Unendliche – dies wird durch diese Verknüpfung logarythmisirt – Es bekommt einen geläufigen Ausdruck. Romantische Philosophie. Lingua romana. Wechselerhöhung und Erniedrigung.“
Ein langes Zitat. Als ich diese Zeilen wieder las, kam in mir eine Bildstimmung auf, die mich an die Atmosphäre im Atelier von Gerda Tobler denken liess. Und ich gewann dabei mehr und mehr den Eindruck, ja, ich erhielt gleichsam die Bestätigung, dass in einer Einführung zu ihren Arbeiten dieses emotionale Assoziieren unbedingt Raum haben müsste. Weisheiten klingen an – als Türen zur Wahrheit. (...)“

 

Auszug aus Sabine Arlitts Rede zur Ausstellung ‚Bilder einer Zeit II’, Paulus-Akademie Zürich, Mai 2003

nach oben