GERDA TOBLER             KUNST           YOGA           
  freie Kunst           Sofie Honig           ein Bild zum Glück           Illustration           Kurse           Kontakt           

 


Übersicht freie Kunst  |   Bilder  |  Text Dr. Roland Mattes

 

 

Akte 1987 - 1989
 
 

Entstehungsjahr

1987 - 1989
Technik und Masse Acryl auf Papier 140 x 160 cm und 100 x 80 cm
Monotypie auf Papier 48 x 56 cm
   
 

 

Bilder

 

Diese Galerie benötigt Flash. Flash jetzt installieren.

 

 

Text Dr. Roland Mattes

Gerda Toblers Thema ist der Körper. Genauer gesagt, der Körper in der Bewegung. Ebenso entscheidend aber ist die Beziehung zum Partner, die Einordnung in die Gruppe. Nicht das Einzelwesen in seiner Individualität fasziniert sie, sondern dessen Bezug zum Zusammenhang, zum Leben schlechthin. Also beschäftigt sich Gerda Tobler mit dem lebenden Körper. Und für sie ist es selbstverständlich, dass zum Leben auch der Tod gehört. Zumindest die Phase des Übergangs vom Zustand, den wir zu kennen glauben, in jenen unbekannten, der die Vollendung bringt. Darin bleibt ihre Aussage jederzeit offen, ganz Erwartung. Erfahrung auch, aber eine, die nicht allein mit dem Auge wahrnehmbar ist, sondern wesentlich vom Verstehen oder vom Mitfühlen her erklärbar wird. So verlangen ihre Akte zwei Körper als Träger oder die Ordnung der Gruppe, sicher aber den Körper in bestimmtem Bezug zu irgendeiner gegebenen Situation. Eigentlich klingt das selbstverständlich, selten aber erscheint solche Selbstverständlichkeit so direkt, so ehrlich, so spannend.

Der ehrlichen Wahrheitssuche in ihrer Arbeit entspricht auch die Wahl der Farbmittel. Die Menschenbilder modelliert sie in Acrylfarben mit blossen Händen. Vorwiegend entstehen ihre Werke im Spannungsfeld von schwarz und weiss. Um aber einem Missverständnis entgegenzuwirken: ihr Weiss ist erdig, ihre Schwärze auch, wenn sie sich den Tieren zuwendet. (...)  Nicht Düsternheit, nicht Heiterkeit, nicht Abwehr, nicht Zuneigung, nicht Angst, nicht Hoffnung, nicht Einsamkeit, nicht Gemeinschaft, sondern die variablen Zwischentöne in solchem Spannungsfeld machen Gerda Tobler Aussagen so eindrücklich, erregend und ent-spannend. Spannung und Gegensätze sind also in Gerda Toblers Schaffen über ihre grundsätzliche Notwendigkeit zur Harmonisierung des Bildes hinaus zum eigentlichen Inhalt ihrer Arbeit bestimmt. Deshalb wirken ihre gemalten ‚Plastiken’ über den Eros hinaus, über den Kampfmoment hinaus archaisch. Zudem schwarz verfremdet. Die besondere, gewählte Situation wird freigesetzt, Leben und Tod erscheinen mehrschichtig. (...)

Auszug aus Dr. Mattes Essay anlässlich der Ausstellung in der Galerie Agathe Nisple, St.Gallen, Januar 1988

nach oben